Übung des Katastrophen-Wasserrettungszuges Franken

Veröffentlicht am 24.09.2010

Am 18. und 19. September 2010 führte der für unsere Region zuständige Katastrophen-Wasserrettungszug (K-WRZ) „Franken“ die Übung „Septemberrain“ durch.

Die Einheit, die unserem Bezirksverband zugeordnet ist, kann bei Katastrophen wie z. B. bei Hochwasser eingesetzt werden. Der Zug besteht aus insgesamt 28 Wasser-wachtlern (1/4/23/28) und weist die unten dargestellte Zusammensetzung auf.

 

Er ist in der Lage autark verschiedene Schadenslagen abzuarbeiten. Im Bedarfsfall kommen diese Trupps aus Ober- und Mittelfranken zusammen und können bei Notwendigkeit regional, aber auch überörtlich eingesetzt werden.

 

Im akuten Wasserrettungsfall werden natürlich weiterhin die örtlichen Schnelleinsatzgruppen der Wasserrettung (SEG-WR) eingesetzt.

 

Der Voralarm für den Katastrophenschutz-Wasserrettungszug wurde am Montag, 13. September gegen Mittag mit dem folgenden Übungsszenario ausgelöst:

 

Es wurde ein bereits seit mehreren Tagen andauernder Starkregen über der Städteachse Nürnberg, Fürth, Erlangen angenommen. Dabei sind teilweise aufgrund von Überschwemmungen Stadtteile von der Außenwelt abgeschlossen. Die Deiche eines Flusses in Zuständigkeitsbereich des Landes/der Kommune (zu Übungszwecken ersetzt durch den Main-Donau-Kanal (MDK)) sind aufgeweicht. Durch die Kreisverwaltungsbehörde der Übungsstadt, wurde überörtliche Hilfe angefordert.

 

Und die Hilfe rückte an! Am Samstag traf sich der Katastropenschutz-Wasserrettungszug um 9.30 Uhr an der Raststätte Feucht, um gemeinsam zum „Schadensgebiet“, dem Bauhof des Wasser- und Schifffahrtsamtes am Main-Donau-Kanal in Nürnberg-Gebersdorf, zu fahren. Dort angekommen, mussten sich die Truppführer erst einmal ein Bild von den einzelnen Schadenslagen machen, um die Trupps gezielt einsetzen zu können.

Während der 36 Stunden andauernden Übung des Katastrophen-Wasserrettungszuges wurde erneut der Wissensstand der Übenden, die Ausrüstung, sowie die Teamarbeit auf den Prüfstand gestellt.

 

Während ein Trupp zur Rettung von Personen aus der Pegnitz unterhalb der Theodor-Heuss-Brücke geschickt wurde, ließ die Übungsleitung das „Mobil Flood Training Center“ aufbauen. Der zweite Bootstrupp wurde zu einem Verkehrsunfall geschickt. Die Rettungstaucher suchten einen Deich nach Rissen ab. Auf schwimmfähigen, zusammengesteckten Pontons wurde ein Dachstuhl errichtet, darauf das Dach (Holzplatten). Nach kaum 2 Stunden war das Haus fertig, nur dessen Dach ragte noch aus dem vermeintlichen Hochwasser, das Retten vom Dach mit Booten konnte geübt werden.

Die Tauchtrupps erhielten zwischenzeitlich den Auftrag von der Polizei nach einem gestohlenen Tresor zu suchen, stießen aber während der Suche auf ein Auto, das wir vorher ebenfalls heimlich mit Hilfe eines Polizei-Unimogs ins Wasser beförderten. Es galt zunächst eine mögliche Personenrettung von Fahrzeuginsassen, anschließend. das Bergen des speziell präparierten (ohne Öle und Treibstoff, usw.) PKW’s.

 

Am Sonntag musste der Behandlungsplatz incl. Personal der JUH auf dem Wasserweg zum Fürther Hafen gebracht werden, da der Landweg aufgrund der Überschwemmungen nicht möglich war.

Punkte, die während der Übung aufgefallen sind, werden zusammen mit den Truppführern ausgewertet und diskutiert. Auch mögliche Änderungen oder Ergänzungen des notwendigen Materials können durch solche eine Übung aufgedeckt werden – Eines der Übungsziele.

Neben dem übenden Wasserrettungszug war noch wesentlich mehr Personal nötig, um die Übung durchführen zu können.

 

Unterstützt wurden wir von der Technischen-Einsatzeinheit der Bereitschaftspolizei, die uns half den PKW im Wasser zu „verstecken“ und auch wieder zu bergen, von der Wasserschutzpolizeigruppe Nürnberg, der Johanniter Unfallhilfe Nürnberg, den Fachdiensten IuK (Information und Kommunikation) und T+S (Technik und Sicherheit), den Wasserwachten aus Fürth, Ansbach und Erlangen, die als Sicherungstrupps fungierten, sowie vom Wasser- und Schifffahrtsamt Nürnberg, die uns wieder ihr Gelände mit idealer Infrastruktur zur Verfügung gestellt haben. Herzlicher Dank auch an das Versorgungsteam, das für die Verpflegung der insgesamt 101 eingesetzten ehrenamtlichen Helfer gesorgt hatte, sowie an alle Wasserwachtler, die Ihre Zeit ehrenamtlich investiert haben.

 

Text und Bilder: Lothar Schnelle& Stefan Mendl

 

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